Wearables – Viel Lärm um Nichts? (Teil 2)

Im ersten Teil unserer Serie haben wir darüber berichtet, was Wearables ausmacht, wie sie im gesellschaftlichen Kontext eingeordnet werden müssen und wie vor allem Google Glass dazu beigetragen hat, eine Debatte über die tragbaren Mini-Computer in der Öffentlichkeit zu entfachen. Im zweiten Teil beleuchten wir aktuelle Entwicklungen im Markt und insbesondere die Bedeutung von Apples Watch für den zukünftigen Erfolg der Wearables an sich.

Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, einer der größten Messen für Unterhaltungselektronik weltweit, waren Wearables omnipräsent. Neben großen Herstellern wie Sony und Apple haben auch unzählige kleine Firmen eigene Produkte vorgestellt. Zum Beispiel war eine Socke dabei, die Läufern dabei helfen soll, ihr Laufverhalten zu optimieren, aber auch ein spezielles Halsband für Hunde, dass dem Besitzer in Echtzeit Informationen über das Tier liefert. Des Weiteren wurden Geräte vorgestellt, die Herzfrequenzen und Puls von Babies wie auch Erwachsenen messen und so den Träger über bedenkliche Unregelmäßigkeiten frühzeitig informieren können. Die starke Präsenz von Wearables auf der CES seit nunmehr drei Jahren zeigt, dass wir es mit einem Trend zu tun haben, der eher lang- als kurzfristig ist.

Auch die Apple Watch wird dazu beitragen, dass sich die tragbaren Mini-Computer in den kommenden Jahren im Massenmarkt durchsetzen werden. So gehen Analysten davon aus, dass Watch unter anderem auch das Potential hat, ein jüngeres Publikum wieder für Uhren zu interessieren. Außerdem spricht Watch auch potentiell eine weniger technikaffine Zielgruppe an, die Apple-Produkte eher aufgrund ästhetischer Präferenzen anziehend findet. Andere sind jedoch eher skeptisch: Bisher wird vor allem die geringe Batterie-Laufzeit kritisiert, die Watch untauglich für eine permanente Nutzung im Alltag machen soll. Durch das im Verhältnis zu Smartphones relativ kleine Display können komplexe Aktionen und Informationen über Watch nur in bedingtem Maße gesteuert bzw. abgerufen werden. Es wird sich also in Zukunft noch zeigen, welche Bereiche unseres Alltags Watch wirklich einfacher machen kann und welche nicht. Für den nachhaltigen Erfolg der Smartwatch werden vor allem die Entwickler von Apps eine wichtige Rolle spielen. Sofern Nutzern nicht genügend interessante Anwendungen zur Verfügung stehen, werden diese schnell das Interesse an der Technologie verlieren.

Es gibt natürlich bereits erste Beispiele dafür, wie Watch in Zukunft eingesetzt werden soll: CNN arbeitet an einer App, die Kurznachrichten auf die Uhr bringt, bei der amerikanischen Bäckerei-Kette Panera soll man künftig mit Watch bezahlen können und der Supermarkt Marsh versorgt Kunden über die Uhr mit Informationen über die Produkte, vor denen sie gerade stehen.

Pebble Time, eine über Kickstarter finanzierte, viel versprechende Smartwatch. Bildquelle: Kickstarter

Dass die Zeit für die massenhafte Verbreitung von Wearable-Technologie jedoch unmittelbar bevorsteht, zeigt aktuell – unabhängig von Apples Watch – eine andere Smartwatch: Pebble Time, eine über Kickstarter finanzierte Uhr, hat in vier Wochen von insgesamt 73.000 Personen Unterstützung im Wert von knapp 19 Millionen US-Dollar einsammeln können. Eins steht also fest: Wearables sind hier, um zu bleiben. Wie nützlich jedoch die Geräte für Endanwender sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt absehen.

Im letzten Teil unserer Serie sprechen wir über die Auswirkungen von Wearables auf die Marktforschung sowie ihren möglichen Einsatz im Projektalltag und als Datenquelle.

Ein Gedanke zu „Wearables – Viel Lärm um Nichts? (Teil 2)“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.