Wearables – Viel Lärm um Nichts? (Teil 1)

Da Wearables nach wie vor viel diskutiert werden, beleuchten wir in einer Reihe von kurzen Beiträgen den aktuellen Trend noch einmal eingehender: Was macht den Trend aus? Wie hoch ist der tatsächliche Bedarf beim Verbraucher? Was sind zukünftige Einsatzfelder? Wie hoch ist die Relevanz für die Marktforschung?

Zum Einstieg eine wichtige, jedoch nicht leicht zu beantwortende Frage: Was macht den Reiz von so genannten Wearables – also der Kombination von Alltagsgegenständen wie Uhren, Armbändern und Kleidung mit Mini-Computern – eigentlich aus? Auf gesellschaftlicher Ebene lässt sich beobachten, dass Informationen sowie deren beständige Erfassung immer wichtiger werden.

Wearables stellen in diesem Kontext einen Versuch da, dem Einzelnen noch mehr Informationen zur Verfügung zu stellen und dadurch sein Leben weiter zu bereichern und zu vereinfachen. In den letzten Jahren hat vor allem ein von Google entwickeltes Produkt die Wearables-Diskussion in der Öffentlichkeit vorangebracht: „Glass“! Zum 19. Januar 2015 stellte nun Google den Verkauf seiner Datenbrille ein, die man offiziell lediglich in Amerika für knapp 1.500.- US-Dollar erwerben konnte. In Zukunft wird das Gerät damit nur noch für ausgewählte Entwickler und Firmen erhältlich sein.

Von einem breiten Einsatz im Consumer-Bereich hat man sich damit vorerst klar verabschiedet. Insgesamt führten wohl vor allem datenschutzrechtliche Bedenken sowohl hierzulande, als auch in Amerika dazu, dass Google das Glass-Projekt vorerst für beendet erklärt hat. Ein weiteres Problem für die Zukunft von Googles Datenbrille stellt zudem der fehlende Support von externen Entwicklern dar: So meldet die Nachrichtenagentur Reuters, dass viele Firmen ihre Arbeit an oder mit Glass inzwischen eingestellt hätten. Damit fehlt Google eine wichtige Basis, mit der die Weiterentwicklung des Gerätes nur schwer möglich wird.

Zukünftige Einsatzfelder für Datenbrillen wie Glass werden daher eher in Feldern gesehen, die weniger mit Marketing und Endanwendern zu tun haben. Stattdessen wird eher in Richtung Service gedacht: zum Beispiel sind Einsätze denkbar in Kundenberatung, Support und Wartung von Anlagen und Maschinen, Dokumentation, Medizin, Forschung und Logistik.

Inzwischen werden neben datenschutzrechtlichen Bedenken hierzulande auch bereits Stimmen laut, die dem Trend des „quantified self“ kritisch gegenüberstehen. Die permanente Überwachung des eigenen Alltags durch digitale Geräte wird hier aus ethischen bzw. moralischen Gründen abgelehnt und der Zuwachs an Lebensqualität, den die Geräte durch die Aufzeichnung von Daten bringen sollen, wird grundsätzlich in Frage gestellt.

Dennoch sind die Zukunfts-Prognosen für Wearables im Allgemeinen eindeutig positiv: Marktbeobachter gehen davon aus, dass sie sich in den kommenden Jahren unter Konsumenten stark verbreiten werden. Anfänglich werden vor allem Fitness-Tracker wie zum Beispiel UP von Jawbone, das bereits seit einigen Jahren erhältlich ist, noch mehr in den Massenmarkt drängen.

Im nächsten Teil berichten wir über neueste Wearable-Trends, u.a. von der letzten CES 2015 (Consumer Electronic Show) sowie über die viel diskutierte Apple Watch. Im dritten Teil der Serie geht es dann um die Bedeutung der Wearables für die Marktforschung…

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