Von der Müritz über Danzig bis zu den Masuren

Die Idee: Mit dem restaurierten Caravan sollte es diesen Spätsommer entlang der Ostsee bis nach Litauen gehen. Gemäß dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ wurde gerastet, wo es gefiel und aufgebrochen, wenn neue Plätze lockten. So zog sich der erste Teil der Reise entlang der polnischen Ostsee bis hin zu den Masuren. Lest hier den ersten Teil des Reiseberichts…

Über Wochen wurde der Hymer Eriba Puck, Baujahr 1964 liebevoll restauriert, um ihn für die insgesamt 3.000 km lange Tour startklar zu machen. Es wurde geschliffen und lackiert, abgezogen und neubezogen, genäht und gehämmert. Das Ergebnis könnt ihr hier unten sehen… Ich als Amateur-Handwerkerin bin jedenfalls ganz zufrieden 🙂

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Herd, Kühlschrank, Heizung – was will man mehr? Voll ausgestattet ging es gen Osten. Fotos: Dominique Facciorusso.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der wunderschönen Müritz, ging es auch schon weiter Richtung polnische Ostseeküste. Doch wo sollte der erste Halt im benachbarten Polen sein? Die Frage beantwortete sich ziemlich bald von selbst, als wir zufällig durch Mrzeżyno fuhren, wo grade das Nagle nad Morzem Festival (dt.: Plötzlich am Meer Festival) stattfand. Die Stimmung war großartig und die untergehende Sonne verbreitete jede Menge Urlaubs-Feeling.

Plötzlich Am Meer from EPIC FISH on Vimeo.

So beschlossen wir ein paar Tage an der See zu verweilen und die Sonne und den Strand zu genießen, bevor es uns weiter Richtung Gdansk (dt.: Danzig) zog. Die einstige Hansestadt gilt als einer der sehenswertesten Ausflugsziele Polens. Danzig besticht durch seine schmalen, kunterbunten und prächtigen Stadthäuser in der Rechtstadt (Glowne Miasto), die nach dem Zweiten Weltkrieg aufwendig restauriert wurden. Der historische Stadtkern ist umgeben von Arbeitersiedlungen und großen Hafen- und Industrieanlagen an den städtischen Randgebieten.

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Die polnische Ostseeküste lädt zu endlosen Spaziergängen ein oder einfach nur zum in der Sonne rumlümmeln. Fotos: Dominique Facciorusso.

Neben den Rekonstruktionen historischer Bauten lugen hier und da immer wieder Ruinen hervor. Überquert man etwa die Brücke hinter dem grünen Tor, gelangt man zur Speicherinsel. Dort stehen noch alte Backsteinspeicher, die nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut wurden. Danzig zeigt sich im Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Wiederaufbau – kontrastreich und voller Geschichte.

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Den Fotoapparat ständig zur Hand: Die malerische Altstadt sorgt bei mir für Dauer-Geknipse. Fotos: Dominique Facciorusso.

Auch kulinarisch haben wir es uns in Danzig gut gehen lassen. Abgesehen von dem unglaublich leckeren Bier, gab es jede Menge Pierogi (hausgemachte polnische Maultaschen) in allen Variationen, leckere Fleischgerichte, Kartoffelklöße und Suppen aller Art. Vor allem die Mehlsuppe (Zurek) hat es mir angetan. Die traditionelle polnische Küche ist deftig, aber sau lecker 🙂 In der jungen Generation etablieren sich jedoch zunehmend leichte und bekömmliche Neuinterpretationen der polnischen Küche und auch vegane und vegetarische Essensmöglichkeiten sind zahlreich vorhanden.

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Ruinen auf der Speicherinsel (links oben) und das Krantor an der Mottlau (rechts oben). Ein uriges Restaurant serviert traditionelle litauische Küche (links unten): Krautwickel und gebratene Pierogi mit Pilzfüllung. Fotos: Dominique Facciorusso.

Nur 15 Minuten vom Stadtkern entfernt, kann man an einer der vielen Strände der Danziger Bucht tagsüber entspannen und in den späten Stunden das Nachtleben genießen. Auch Kunst- und Kulturinteressierte kommen durch die zahlreichen Theaterhäuser, Museen und Galerien auf ihre Kosten. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten und ist definitiv eine Reise wert!

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Die Hala Targowa (links) wird im Volksmund „Dominikhalle“ genannt, in Anlehnung an das mittelalterliche Dominikanerkloster, das hier einst stand. Gegenüber der Markthalle steht die Nikolaikirche, vor deren Mauern sich Marktbuden sowie Stände mit den Habseligkeiten privater Gärten tummeln. Fotos: Dominique Facciorusso.

Die Reise führt uns weiter zu den Masuren, dem Land der kristallklaren Seen. Wo man nur hinblickt, überall gibt es reichlich Wasser, saftige Wiesen und dunkle Wälder. An jedem Ortseingang stehen reich verzierte Wegkreuze und Christusstaturen, die an die Frömmigkeit der polnischen Bevölkerung erinnern. An den Straßen begegnet man immer wieder älteren Menschen, die Blaubeeren, Honig und Pilze verkaufen, um ihre meist bescheidenen Renten aufzubessern. Vielerorts gibt es an kleinen Holzbuden fangfrischen gegrillten Fisch, der mit Krautsalat, Salzgurke und Brot serviert wird. Hier lässt es sich aushalten 🙂

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Storchen-Nester soweit das Auge reicht. Kein Wunder, die Gegend ist auch wirklich bezaubernd. Fotos: Dominique Facciorusso.

Doch weiter geht es nach Litauen, in froher Erwartung was da noch so kommen mag…Dominique Facciorusso

Lest bald den zweiten Teil des Reiseberichts…

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Comments (1)

[…] gut zwei Wochen hatte ich vom ersten Teil unseres Trips entlang der Ostsee berichtet. Lest hier den nächsten Part des Reiseberichts… Diesmal sind wir in […]

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