Snapchat – setzt sich langsam auch in Deutschland durch

Snapchat ist inzwischen auch in Deutschland in aller Munde: auf der Digital-Konferenz re:publica gab es dieses Jahr zahlreiche Vorträge zu dem Instant-Messaging-Netzwerk. Vor vier Jahren in Amerika als App für Apples iPhone veröffentlicht, ist Snapchat inzwischen neben iOS auch für Android in insgesamt 20 Sprachen erhältlich. Weltweit werden derzeit pro Tag 10 Milliarden so genannte „Snaps“ von den Nutzern angeschaut. Ein Snap ist ein Video, dass mit Hilfe der App produziert wurde. Aktuell hat Snapchat weltweit circa 150 Millionen Nutzer, die täglich aktiv sind.

Wikipedia liefert eine gute Definition dazu, wie Snapchat grundsätzlich funktioniert: Snapchat unterscheidet sich von anderen sozialen Media-Diensten in seinem Aufbau. Neben der herkömmlichen Messaging-Funktion für die Kommunikation von einer Person zur anderen oder in Gruppenchats erhalten die Nutzer keine Profile, die mit Inhalten weiter ausgebaut werden. Sie erhalten stattdessen ihre eigenen einseitig ausgerichteten Channels, über die immer wieder neue Inhalte verbreitet werden können. Deren Inhalte können andere Nutzer anschauen, jedoch nicht direkt kommentieren oder liken.

Was Snapchat von anderen Diensten unterscheidet, ist die Tatsache, dass die dort von den Nutzern produzierten Inhalte nur temporär sind: nach spätestens 24 wird ein veröffentlichter Snap unwiderruflich gelöscht, ein Archiv gibt es nicht. Die Inhalte können zudem nicht vorproduziert werden: alles muss direkt und live in der App geschehen und veröffentlicht werden, Authentizität wird also groß geschrieben.

Für Unternehmen macht vor allen Dingen eine Sache interessant: die User sind im Durchschnitt deutlich jünger als die User anderer Social Networks wie Facebook, Twitter oder Instagram. Laut Statista waren in 2015 über 50% aller Nutzer zwischen 16 und 24 Jahre alt. Über 35 Jahre alt sind lediglich 16% aller Nutzer.

Einen ersten Überblick der Marken, die aktuell auf Snapchat aktiv sind, gibt es bei Julian Bossert. Dabei sind Marken aus den unterschiedlichsten Segmenten: Mode (z.B. Burberry, Puma, Nike), Technologie (z.B. Apple, General Electric), Autos (z.B. Mercedes, Audi), Medien (z.B. The New York Times, ) und Nahrungsmittel (z.B. Doritos, Subway).

In den letzten Monaten sind auch immer mehr deutsche Marken hinzugekommen: so nutzen aktuell zum Beispiel der Auto-Verleiher Sixt sowie REWE Snapchat. Bei REWE konzentriert man sich darauf, junge Menschen für eine Karriere im Unternehmen zu gewinnen. Weitere deutsche Unternehmen, die Snapchat bereits nutzen, sind Bild Zeitung, Neckermann und der Drogerie-Markt DM. Laut einer Medienstudie des Jugendmagazins Bravo ist Snapchat in der Gruppe der 10-19 jährigen inzwischen beliebter als Facebook.

Auch für konventionelle Werbung öffnet sich Snapchat langsam. Über eine Programmierschnittstelle ist es den Unternehmen ab sofort möglich, Anzeigen und Videos in der App zu veröffentlichen. Nutzern werden diese Anzeigen dann zwischen den Snaps ihrer Freunde angezeigt. Über die so genannte „Discovery“-Funktion innerhalb der App werden Nutzern seit Kurzem auch professionelle Kanäle (z.B. von CNN, VICE, MTV oder National Geographic) empfohlen, die sie interessieren können.

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