Run for the Oceans – Fitness und Nachhaltigkeit

Mitte Juni fand wieder der ‚Run for the Oceans‘ statt: ein weltweites Running Event, bei dem Geld für Umwelt-Bildungsprogramme gesammelt wird. Adidas, Runtastic und Parley tragen die Aktion. Unser Kollege Edwin Zijderveld ist selbst in Berlin bei diesem Lauf mitgelaufen. Er hat gesehen, wie sich das Thema Nachhaltigkeit einen festen Platz auch in der Sportwelt erobert hat.

Edwin hat am Run for the Oceans teilgenommen.
1,5 Millionen US-Dollar erlaufen

‚Run for the Oceans‘ (RFTO) war also das Motto der Woche. Verschiedene sportliche Aktionen weltweit sollten Aufmerksamkeit für das Thema Meeresverschmutzung durch Plastik schaffen. Die Sportmarke adidas, ihre Health- und Fitness-App Runtastic und die Aktionsplattform Parley haben sich dafür zusammengetan. Gemeinsam mit Läufern soll das Bewusstsein für dieses Problem gestärkt und Geld gesammelt werden. Für jeden gelaufenen Kilometer spendete adidas einen US-Dollar (insgesamt 1,5 Millionen US$) an die Parley Ocean School. Und Spaß gemacht hat es auch, zusammen mit hunderten Läufern durch Berlin zu joggen!

Glaubwürdigkeit! Kein Greenwashing

Es ist interessant, dass auch Marken, die bislang nur wenig durch Umweltengagement aufgefallen sind, Nachhaltigkeit inzwischen ganz selbstverständlich als Teil ihres Geschäftsmodells verstehen. Adidas beispielsweise hat verstanden, dass man sich nicht nur einen grünen Anstrich verpassen darf. Dies würde sofort als Greenwashing enttarnt werden. Natürlich wurde der Lauf groß als Event aufgezogen und entsprechend vermarktet – das ist das Universum, in dem sich adidas bewegt. Aber fast beiläufig und dennoch konsequent waren alle Aspekte der Veranstaltung nachhaltig ausgerichtet. Es gab Drinks von hippen Biomarken wie Quartiermeister. Die Hotdogs waren vegan. Das Eis kam von einer kleinen Biomanufaktur. Sogar das Besteck war aus nachhaltigen Rohstoffen. Der Veranstalter weiß, dass die Message nur glaubwürdig ankommt, wenn sich die Credibility in allen Details wiederfindet.

Die adidas RunBase, von der aus dieses Laufevent startete, ist mehr als nur ein Fitnessstudio. Sie positioniert sich eher als Meeting Point für alle möglichen Sportinteressierten. Dabei werden auch viele weitere Themen beyond training angesprochen: Unter ‚NUTRITION‘ wird Ernährungsberatung angeboten. Unter ‚MINDSET‘ bekommt man Guidance und Inspiration. Und eingebunden in einer Story über Plastik-Recycling (belegt durch Bilder), werden unter ‚GEAR‘ die neuesten Sneaker aus recycletem Kunststoff vorgestellt.

Aus recycletem Kunststoff produzierte Schuhe wurden bei dem Event ausgestellt. Bild: Edwin Zijderveld
Gemeinschaftsgefühl und Social Media

Die Profis von adidas wissen das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig und zeitgemäß zu vermitteln. Natürlich war alles in der Runtastic-Community eingebunden, der hauseigenen Sports-App. Sobald man sich in ihr für die RFTO-Challenge angemeldet hat, werden alle im Aktionszeitraum gelaufenen Kilometer getrackt. Damit können die User genau verfolgen, wie viel Geld sie bereits zusammengelaufen haben. Dabei ist man Teil einer weltweiten Community, die sich für die gleiche Sache engagiert (nicht unähnlich der Fridays for Future-Bewegung). Und nebenbei kann man den Freunden zeigen, wie gut man performt hat. Dass das Ganze ausführlich auf Instagram, Facebook & co. gecovert wird, versteht sich von selbst.

Die App Runtastic hat gelaufene Kilometer getrackt und aufsummiert. Hier ein Screenshot von Edwin.

Leistungsorientierte Athleten und statusbewusste Instagram-Bodies sind bei solchen Events natürlich gerne dabei. Natürlich spielen Selbstdarstellung und Leistungsoptimierung für viele der Teilnehmer an Fitness-Events eine große Rolle. Das hat unsere Kollegin Patricia Blau in der GIM Fitness-Typologie bereits aufgezeigt. Aber auch nicht so Gym-affine Sportlertypen werden angesprochen. Ihnen geht es eher um soziale Aspekte und Gemeinschaft. Zusätzlich bilden sich immer mehr Schnittmengen mit anderen gesellschaftlichen Entwicklungen, auch außerhalb des Sports. Da gehört im Jahr 2019 das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ selbstverständlich dazu.

 

Übrigens: Auch die GIM engagiert sich im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz! Im Radar haben wir bereits darüber berichtet:

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