researchers4refugees: Marktforscher engagieren sich!

Das führende Online-Portal unserer Branche, marktforschung.de, hat diese Woche eine großartige Initiative im Kontext der aktuellen Flüchtlingsmigrationen gelauncht: researchers4refugees möchte einen Beitrag zur Bewältigung der drängenden Probleme leisten und zeigen, dass und wie Marktforscher Flüchtlinge unterstützen können.

Nachdem die GIM Ende September selbst eine größere interne Spendenaktion durchgeführt hat, zählen wir seit ein paar Tagen nun auch „offiziell“ zu den Unterstützern dieser tollen Aktion. Umso mehr freut es uns, dass wir kurzfristig die Chance bekommen haben, der verantwortlichen Person seitens marktforschung.de, Dr. Anke Müller-Peters, ein paar Fragen zu der Initiative zu stellen. Im Folgenden könnt Ihr das kurze Interview lesen, weitere Hintergrundinfos zu der Aktion findet Ihr via Link im Anschluss.

GIM Radar: Frau Dr. Müller-Peters, wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wie kam es zur Idee von researchers4refugees?
Dr. Anke Müller-Peters:  Der erste Anstoß kam von unseren Lesern. In einem Gespräch kam die Frage auf: „Man müsste sich doch eigentlich engagieren, aber wie können wir als Marktforscher helfen“? Dieser Anstoß reichte, um bei uns im Team, viele Ideen zu sammeln und uns mit anderen Marktforschern auszutauschen und dann haben wir einfach gesagt: „Jetzt legen wir los und schauen, was sich aus der Initiative entwickelt.“

Mü-Pe
Dr. Anke Müller-Peters ist seit Gründung von marktforschung.de bei dem Medium dabei und seit 2012  dort verantwortlich für alle Themen rund um Karriere in der Marktforschung. Zudem  ist sie Dozentin für Markt- und Finanzpsychologie.

GIM Radar: Inwiefern haben auch persönliche Motive eine Rolle gespielt?
Dr. Anke Müller-Peters: Privat unterstütze ich gemeinsam mit meiner Familie als Mentorin schon seit über einem Jahr eine syrische Flüchtlingsfamilie. Das Schöne daran ist, dass beide Familien von dieser  Bekanntschaft profitieren. Bei einem gemeinsamen Abendessen haben wir uns den ganzen Abend ausgesprochen gut  unterhalten.  Die Bilder, die wir sonst nur aus dem Fernsehen und der Zeitung kennen, bekommen durch den persönlichen Kontakt eine ganz andere Qualität. Zu diesem Zeitpunkt ging das nur auf Englisch, für die Mutter, die nur Arabisch spricht, haben die erwachsenen Kinder übersetzt. Inzwischen haben die jungen Leute aus Syrien schon gut Deutsch gelernt und meine Kindern fragen schon, wann wir sie endlich noch mal einladen.

GIM Radar: Wie waren die ersten Reaktionen aus der Branche?
Dr. Anke Müller-Peters: Ich bin ganz überwältigt von den positiven Reaktionen. Selten haben unsere Leser auf ein Thema so engagiert, emotional und zustimmend reagiert. Darüber freue ich mich riesig.

GIM Radar: Hatten Sie denn bisher den Eindruck, unsere Branche hat zu wenig getan?
Dr. Anke Müller-Peters: 
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, die Reaktionen aus der Branche zeigen, dass viele Unternehmen  sich schon ganz aktiv in der Flüchtlingshilfe engagieren. Gleichzeitig gibt es eine große „latente“ Hilfsbereitschaft. Viele Gesprächspartner sagen, dass sie gerne helfen würden, aber noch nach Möglichkeiten suchen, sich sinnvoll einzubringen. Ich hoffe durch  Berichte über verschiedene Projekte können wir hier den ein oder anderen Anstoß geben.

mafo.de
Auf der Aktionsseite der bemerkenswerten Initiative sind neben der aktuellen Liste der Supporter aus unserer Branche bereits einige Berichte über konkrete Aktionen nachzulesen. Hier soll dann dauerhaft frischer Content dazukommen.

GIM Radar: Welche konkreten Maßnahmen oder Aktionen ergreifen Sie derzeit mit researchers4refugees?
Dr. Anke Müller-Peters: Ganz konkret haben wir ein Spendenprojekt bei der UNO-Flüchtlingshilfe initiiert
(https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/aktiv-werden/eigene-spendenaktion.html?hptitle=researchers4refugees). Ganz besonders freue ich mich darüber,  dass einige Panelbetreiber eine Spende für dieses Projekt in Rahmen ihrer Panelisten-Incentivierung anbieten.

Außerdem möchten wir zur Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt beitragen. Dabei ist es gar nicht so einfach die relevanten Informationen bereit zu stellen. Die zuständigen Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, den Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge zu erleichtern. Das bedeutet auch, dass viele Regelungen zu Arbeitserlaubnis usw. derzeit im Umbruch sind. Unsere Aufgabe sehen wir darin, belastbare Informationen zusammenzustellen, damit die latente Hilfsbreitschaft in konkrete Aktionen mündet.

GIM Radar: Und wie setzen Sie das Thema redaktionell um?
Dr. Anke Müller-Peters: Die Aktionsseite ressearchers4refugees wird ständig um interessante Beiträge im Rahmen der Flüchtlingshilfe ergänzt. Die fast 8.000 Leser unserer täglichen depesche werden wir zusätzlich auf besonders interessante Beiträge aufmerksam machen.

GIM Radar: Hat die Initiative eine Art längerfristigen „Masterplan“ – oder sehen Sie sich eher als momentane „ad hoc-Hilfe“?
Dr. Anke Müller-Peters:  Da die Herausforderungen in der Flüchtlingshilfe sich aufgrund der immensen Zuwanderung ständig entwickeln, glaube ich persönlich nicht an die Wirksamkeit von „Masterplänen“. Gleichzeitig bezweifle ich, dass das Engagement nur für den Augenblick und „ad hoc“ nötig ist. Die Aufgabe, die vielen Menschen, die jetzt hier Asyl bekommen, in unsere Gesellschaft zu integrieren, wird uns sicher noch viele Jahre beschäftigen. Ich finde es wichtig, dass wir dazu einen Beitrag leisten.

logo
Das offizielle Logo der Initiative researchers4refugees.

GIM Radar: Was kann jede/r einzelne Marktforscher/in tun, um zu helfen?
Dr. Anke Müller-Peters: Vielleicht ist die Haltung, mit der wir Flüchtlingen begegnen, das Wichtigste, was jeder persönlich beitragen kann. Die Flüchtlinge, die ich persönlich kennengelernt habe, möchten kein Mitleid, sondern suchen nach Unterstützung, sich hier ein eigenständiges Leben aufzubauen. Ich habe große Hochachtung davor, was sie in der kurzen Zeit in Deutschland schon geschafft haben. Jeder Einzelne kann allein durch seine Haltung dazu beitragen, dass die „Neulinge“ hier Fuß fassen.

GIM Radar: Frau Dr. Müller-Peters, wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg im Rahmen Ihrer Initiative
Dr. Anke Müller-Peters: Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse und Ihr Engagement.

Hier bekommt Ihr mehr Infos zu researchers4refugees
Und hier könnt Ihr direkten Kontakt zu Frau Müller-Peters aufnehmen: Anke Mueller-Peters, anke.mueller-peters@researchers4refugees.com

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