Und täglich grüsst das PowerPoint

PowerPoint gehört für uns als Marktforscher natürlich zum täglichen Handwerkszeug, sei es für Kunden oder intern: Es ist schlicht der Standard für Präsentationen. Und da ist es auch schon, das Wort ‚Standard‘. Ist das überhaupt etwas Gutes? Will man denn ‚Standard‘ sein? Kann man mit ‚Standard‘ heute noch punkten? Ein Gast-Beitrag von Patricia Blau.

So gestellt, ist die Antwort auf die Frage sicher ein klares ‚Nein‘! Zumal jeder sicher Beispiele von anstrengenden, schwer verdaulichen PowerPoint Präsentationen im Sinn hat. Beispiele, bei denen der Begriff ‚Bullet Point‘ gefühlt vom ersten Wortteil getrieben wird: der Bullet, der Kugel – die einen auf jedem Chart immer wieder und wieder trifft.
Auf solche Präsentationen beziehen sich auch mannigfaltige Artikel, die einem ab und an begegnen. Gerade kürzlich wurde ich von Freunden und Kollegen auf zwei solcher Artikel aufmerksam gemacht: einer in der FAZ und einer bei SPIEGEL ONLINE.

Powerpoint: ein "beliebtes" Standard-Tool aller Marktforschers
Powerpoint: ein „beliebtes“ Standard-Tool aller Marktforscher

Weshalb sendet man mir so etwas zu? Weil ich trotz oder gerade wegen des bisher Geschriebenen bekennender PowerPoint Fan bin. Natürlich kann auch ich mich über Details im Programm aufregen, natürlich würde ich mir manches etwas dynamischer und inspirierender wünschen – aber dennoch arbeite ich gerne mit diesem ‚Standard‘. Ich finde es spannend, das Beste für den jeweiligen Kontext aus dem Standard herauszuholen. Das ist Herausforderung und Freude zugleich. Und gerade in der Kommunikation sind Standards erst einmal etwas Gutes: Dort gibt es gelernte Kommunikationsmuster, auf die man zurückgreifen kann, um seine Botschaft zu übermitteln. Plus – ganz praktisch betrachtet – am Ende können alle Adressaten die Dateien öffnen, lesen und weiter verwenden.

Das heißt nicht, dass ich nur in PowerPoint denke. Sicher nicht! Nicht umsonst beschäftigen wir uns mit alternativen Präsentationsmethoden wie z.B. Prezi, Insight-Galerien oder Präsentationsworkshops. Dabei wird PowerPoint nicht immer komplett ersetzt aber zumindest anders eingesetzt bzw. eingebettet.

Dennoch wehre ich mich gegen das gerne betriebene ‚PowerPoint-Bashing‘: denn am Ende des Tages ist PowerPoint erst einmal nur ein Medium, ein Werkszeug. Wie bei jedem Werskzeug muss man wissen, wann man es einsetzt, immer wieder überlegen, wie man es am besten einsetzt und natürlich auch über Alternativen oder Verbesserungen nachdenken. PowerPoint ist damit erst einmal nur so gut, wie die Person die es bedient. Das gilt nicht nur für PowerPoint sondern ebenso für alle medialien Alternativen vom Flipchart über Galerien bis hin zu Prezi. Gerade Prezi ist ein gutes Beispiel, weil es etwas frischer daherkommt und die Idee von Storytelling medial aufgreift. ABER: wenn man diese mediale Idee in der Bedienung nicht oder nicht gut umsetzt, hilft auch ein neues, fancy Programm nicht.

Powerpoint und Bullet Points: ein beliebtes Thema von Diskussionen
Powerpoint und Bullet Points: ein beliebtes Thema von Diskussionen. Bildquelle: s_p_a_c_e_m_a_n/Flickr

Was zählt ist die Botschaft und deren gelungene, ansprechende Vermittlung – und dazu bietet auch PowerPoint mannigfaltige, gute Wege … wenn man sie denn beschreiten kann und mag.

Patricia Blau hat Psychologie studiert und arbeitet seit 2002 für die GIM. Sie ist Senior Research Director.

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