Marktforschung: Von wegen Erbsen zählen!

„Traumberuf Erbsenzähler?“ hat kürzlich das Branchenportal marktforschung.de im Rahmen eines Themendossiers gefragt, in dem es vor allem um das Berufsbild unserer Branche ging. Und tatsächlich – ein wirkliches Geheimnis ist das nicht – hat die Marktforschung nach wie vor nicht das beste Image. Unternehmensberatungen und Werbeagenturen wirken da in den Augen vieler noch immer schicker und glamouröser (falls dies überhaupt erstrebenswert ist).

Über die Gründe, warum unserer Zunft vermeintlich so hartnäckig der Ruch der Langweiligkeit, Biederkeit oder was auch immer anhaftet, wurde und wird natürlich reichlich diskutiert (vielleicht inzwischen sogar zu viel). Das wollen wir hier nicht tun, weil: müßig! Vielmehr lohnt es sich, ‚mal explizit die Werbetrommel zu rühren und deutlich zu sagen: die Marktforschung kann eine verdammt reizvolle, abwechslungsreiche Geschichte sein, die nicht zuletzt auch den eigenen Horizont enorm erweitern kann (sagt übrigens auch unser „Nachwuchs“).

Ganz unmittelbar an den Konsumenten dran sein, Projektarbeit mit all ihren team-bildenden, aber auch extrem stressigen Phasen, verschiedenste Branchen, methodische Ideen und Studiendesigns entwickeln, sich einstellen auf Kunden aus unterschiedlichsten Industrien und mit diversesten Unternehmenskulturen (solide Mittelständler aus dem Handwerk, globale Automobilhersteller, internationale Pharmakonzerne, öffentliche Institutionen und so viele mehr…), sich den Kopf im Rahmen von Analysen und Reportings zerbrechen, um dann doch eine Lösung zu finden,
der tägliche Austausch mit Kollegen aus über einem Dutzend akademischer Disziplinen – und nicht zuletzt: über weite Strecken des Jahres unterwegs sein in der Welt.

Das erlebt man nicht als Broker an der Frankfurter Börse, nicht als Art Director in einem schicken Hamburger Kreativloft, nicht als wahnwitzig bezahlter Profifußballer – und noch nicht mal als Astronaut 🙂

Wir schnappen hier immer wieder auf, dass es nicht zuletzt auch der zuletzt erwähnte Punkt ist, der ungemein bereichernd für einen selbst wirken kann: im Rahmen von Auslandsaufenthalten innerhalb einer Projektphase (Datenerhebung, Supervision) andere Länder und Kulturen kennen lernen. Stopp! Völlig klar: Solche projektbedingten Trips sind knüppelhart, es ist und bleibt Arbeit und ist in aller Regel eine anstrengende Sache – also weder ein kurzer Urlaubstrip, noch eine Kulturreise auf Unternehmenskosten.

Und doch: Man blickt im Umgang mit Forschungspartnern, Kunden und Menschen in anderen Ländern, beziehungsweise Kontinenten eigentlich automatisch über den Tellerrand und bekommt Eindrücke – egal, ob am Flughafen, im Taxi, in Studios, Hotels oder auch mal, wenn Zeit bleibt, in den Städten selbst –  die man eben sonst nur bei Auslandsaufenthalten während des Jahresurlaubs erlebt. Unser Kollege Godehard Wakenhut hat das zuletzt im Rahmen eines zweiteiligen Kicker-Interviews eindrücklich beschrieben.

Wir forschen pro Jahr in gut 50 Ländern, es gibt Kollegen, die während eines Kalenderjahres in zehn oder mehr verschiedenen Staaten der Erde ihre Koffer aus- und wieder einpacken. Gerade jetzt, wo wir diesen Post für Euch schreiben, sind GIM-Kollegen für unsere Kunden unter anderem in Abu Dhabi und Shanghai, aber auch in Wien und Stockholm (muss ja nicht immer super global sein 🙂 ). Klar, das kann einem irgendwann auch auf die Nerven gehen und es ist und bleibt: anstrengend! Aber in der Gesamtschau wird zumeist dann doch eine positive Bilanz gezogen: Marktforschung kann den eigenen Horizont ungemein erweitern – nicht nur, aber eben auch durch die Reisen. Und damit hat man auch mehr zu erzählen, als manch ein Consulter.

Einen kleinen Einblick, in die Vielfalt an Menschen und Kulturen, die man während unseres Jobs kennen lernen kann und der Expertise, die es für gute Forschung in „fernen Ländern“ braucht, möchten wir Euch gerne geben anhand einer Sonderveröffentlichung, die wir kürzlich gemeinsam mit dem Branchenmagazin „Research & Results“ publiziert haben. Darin berichten vier KollegInnen über Menschen und Marktforschung in den so genannten „MINT-Staaten“: Mexiko, Indonesien, Nigeria und die Türkei.

Wir wünschen Euch viel Spaß bei der Lektüre, die Euch hoffentlich vermittelt, dass Marktforschung mehr (sein) kann, als Erbsen zu zählen…

Wenn Ihr hier klickt, könnt Ihr Euch die vier „Forschungsberichte“ der KollegInnen von unserer Website runterladen.

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