Lebensmittel und Kraftstoff: Tankstellen bei Aldi Süd

„Was verkauft Aldi?“ Viele VerbraucherInnen werden auf diese Frage sofort „in der Hauptsache Lebensmittel“ antworten. Aldi Süd bietet seit kurzer Zeit jedoch auch Tankfüllungen für normale Autos mit Verbrennungsmotoren und sogar Akkuladungen für E-Autos an. Letztere kostenlos. Der Discounter ist damit in seiner Branche Vorreiter auf dem Gebiet der (Elektro-) Mobilität und verknüpft so den Lebensmittel- mit dem „Kraftstoff“-Kauf.

Vergangenen Sommer haben im Stuttgarter Raum die ersten Aldi-Zapfsäulen geöffnet. Es handelt sich hier um Automaten, die ohne Personal betrieben werden. Teile des Kundenparkplatzes wurden hierzu an Avanti, eine Tochter des OMV-Konzerns, verpachtet. Kunden können Diesel, Super und E10 tanken – im Schnitt ein paar Cent günstiger als bei Tankstellen mit Verkaufspersonal.

Erfahrungen aus Österreich
In Österreich ist die „Tanke auf dem Parkplatz“ ein alter Hut: Hier firmiert Aldi Süd unter der Marke Hofer, wo die „DISKONT“ getauften Tankstellen seit 2009 betrieben werden. Bei über 83 der knapp 500 Hofer-Filialen gibt es eigener Aussage nach aktuell Tankstellen, der Discount-Riese mit Sitz in Mühlheim an der Ruhr hat also bereits Erfahrungswerte in Sachen Kraftstoff-Verkauf sammeln können.

In Deutschland stehen vorerst die Großräume Stuttgart, München und Nürnberg auf der Agenda. Über den Filial-Finder auf der Homepage des Discounters lassen sich die Niederlassungen unter anderem nach dem Tankstellen-Angebot filtern. Aktuell gibt es in Deutschland drei Aldi-Tankstellen, zwei im Stuttgarter und eine im Nürnberger Raum.

Mit Strom aus Fotovoltaikanlagen gespeist, können Kunden ihre E-Autos kostenlos aufladen. Bild: Aldi Süd

Discounter als E-Mobility-Pionier
Gleichzeitig mit der Öffnung der Tankstellen gab Aldi Süd bekannt, sein bereits bestehendes Netz von Schnellladestationen für E-Autos im (süd-)westdeutschen Raum weiter zu verstärken. Die Ballungsräume rund um Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München werden dabei ausgebaut. Laut Aldi Süd, um Langstrecken von Metropole zu Metropole per Elektroauto zu verbessern. Denn die Überbrückung langer Strecken mit dem E-Auto ist hierzulande aktuell noch problematisch – vereinfacht ausgedrückt ein Henne-Ei-Paradox: es gibt keine E-Autos, (unter anderem) weil es keine Tankstellen gibt, weil es keine E-Autos gibt…

Aldi Süd wandelt sich
Ein Wandel der grundsätzlichen Unternehmens-Strategie hatte sich bereits vor einigen Jahren angekündigt: War davor das neue Prospekt der Tageszeitung beigelegt, wirbt Aldi Süd nun auf Plakaten im öffentlichen Raum, seit neustem auch mit humoristischen Spots in Fernsehen und Radio. Außerdem werden immer mehr Filialen renoviert und zu durchgestylten Stores umgewandelt.

Teil der Unternehmensstrategie: Die neuen Ladestationen sind nur ein Teil der Zukunftsoffensive. Bild: Aldi-Süd.

Ob Aldi Süd damit langfristig Erfolg haben wird, auch außerhalb des Lebensmittelgeschäfts zu agieren und ob weitere Discounter in das Treibstoff-Business einsteigen, bleibt abzuwarten. Bis VerbraucherInnen auf die Frage, was Aldi denn verkauft, ad hoc „Benzin!“ antworten, wird es aber aller Voraussicht nach noch dauern.

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