LA: Weiße Farbe auf den Straßen kühlt die Stadt

Die aktuellen Diskussionen um den Klimawandel (ja, er ist real!) erinnern ein wenig an Weihnachten: das Fest steht ja immer urplötzlich vor der Tür und verursacht Geschenk-Kauf-Stress. Ist ja nicht so, dass das Christkind jährlich vorbeischauen würde oder ein Blick auf den Kalender bereits im Oktober signalisieren könnte: Ou, da kommt im Dezember etwas auf uns zu. Genauso mit dem Klimawandel: als ob er (sprichwörtlich) vom Himmel fiele und nicht Dutzende ernsthafte wissenschaftliche Studien und Gremien bereits seit Jahrzehnten exakt die Wetterphänomene vorhersagen, die uns nun zum Schwitzen und (hoffentlich) Nach- und Umdenken bringen. Aber sei’s drum: Hauptsache der Rasen im Gärtchen wird täglich gewässert und in der polierten PS-Bolide ist es auch bei 40 Grad draußen dank Klimaanlage angenehm kühl im Stau!

Während wir in unseren Breitengraden Tage mit 35 Grad und mehr in Reihe als abnorm empfinden, ist das in anderen Ecken der Erde im Sommer die Regel, bzw. fast kühl. Beispiel Kalifornien, bzw. Los Angeles. Die Sonne brennt dort über Wochen unerbittlich vom Himmel und heizt die Stadt (v.a. in Downtown, aber auch in den Vororten) regelrecht auf wie einen Backofen – insbesondere die Straßen. Das ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund interessant, dass LA die US-Metropole mit den anteilig meisten Straßenkilometern ist. Im letzten Jahr startete die Verwaltung von LA deshalb einen spektakulären Versuch: in einem Testgebiet wurde der Asphalt mit einer weißen Farbe gestrichen:

Die weiße Spezialfarbe („CoolSeal“ genannt) fungiert wie eine Art Schutzschicht und wird von Trucks auf die Straßen gesprüht und dann händisch verteilt. Der Effekt, den man sich davon verspricht besteht nun darin, dass möglichst viel Sonnenstrahlung reflektiert werden soll. Denn: schwarze Straßenbeläge absorbieren dermaßen viel Strahlung, dass sie sich bis zu 60 Grad aufheizen. Die Wärme, die von Häusern abgegeben wird, kommt hinzu – bedeutet: Hitze, Hitze, Hitze.

Billig ist die Maßnahme nicht: pro Meile entstehen mehrere zehntausend Dollar Materialkosten. Die ist man aber gerne bereit, auch flächendeckend auszugeben, wenn die gewünschten Effekte erzielt werden. Und danach sieht es derzeit aus. Die Testergebnisse zeigen, dass es alleine auf den Straßen schon bis zu sieben Grad Celsius weniger flimmert, weil CoolSeal offenbar funktioniert. Auch die Abstrahleffekte auf die Häuser scheinen die politischen Initiatoren zufrieden zu stellen. Zumindest hat LA einen „roll-out“ in anderen Stadtgebieten beschlossen (auch teilweise auf Dächern!), man erwartet sich ab 2019 eine spürbare Temperaturreduktion. Andere Städte planen nachzuziehen.

Mehr Infos dazu findet Ihr hier mit einem Klick

Bildnachweis: Los Angeles Street Services/Twitter

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