Kopfhörer aus dem 3D-Drucker

Sennheiser & Formlabs: Kopfhörer aus dem 3D-Drucker
25. März 2021 | Laura Bechtold
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er kennt es nicht: In-Ear Kopfhörer, die nur mittelgut sitzen, bei Bewegungen rausfallen oder verrutschen. Sennheiser Ambeo und Formlabs wollen den individuellen Tragekomfort mit einer neuen Kooperation nun verbessern: Kopfhörer sollen per App-Scan und 3D-Druck an das jeweilige Ohr angepasst werden. Und das möglichst massentauglich.

Technologische Kooperation: Sennheiser & Formlabs

Die Partner dieser technologischen Zusammenarbeit sind jeweils Experten auf ihrem Gebiet: Sennheiser Ambeo als Hersteller für Audiotechnik, Formlabs als Entwickler von 3D-Drucktechnologien. Das gemeinsame Ziel: Kopfhörer mit einer individuellen und geräuschisolierten Passform herzustellen, die nicht aus dem Ohr herausfallen. Noch ist das Projekt in der Entwicklungsphase, die Kopfhörer werden bisher nicht für Kunden angeboten. Der Work-Flow ist jedoch schon definiert und soll möglichst verbraucherorientiert ablaufen.

 

Die Sennheiser AMBEO Kopfhörer mit Formlabs Ohrstöpsel (Bild: Formlabs)

Die Sennheiser Ambeo Kopfhörer mit Formlabs Ohrstöpsel (Bild: Formlabs)

 

Custom Fit mit Smartphone Scan

Bisher wird für solche Anpassungen ein manueller Abdruck des Ohres erstellt, der wiederrum abgescannt wird. Durch einen Smartphone-Scan wollen Sennheiser und Formlabs diesen Prozess automatisieren und beschleunigen. Und so funktioniert’s: Mit einer App scannt der Kunde in weniger als einer Minute sein Ohr. Durch Künstliche Intelligenz wird die Qualität des Scans verbessert – zum Beispiel können Teile des Ohres rekonstruiert werden, die nicht vom Smartphone-Scan erfasst wurden.

Die Ohrstöpsel direkt aus dem 3D-Drucker: Aus weichem Material, mit noch angebrachten Stützen. (Foto: Formlabs)
Automatisiertes Drucken der eigenen Kopfhörer

Der Scan wird im zweiten Schritt an ein cloudbasiertes System geschickt, das die Ohrform in das passende Kopfhörerdesign umwandelt. Diese Druck-Pläne werden dann direkt an den 3D-Drucker geschickt, der die Aufsätze aus Silikon herstellt. Die Ohrstöpsel können in verschiedenen Farben und Materialien gedruckt werden.

Der automatisierte Herstellungsprozess von Sennheiser und Formlabs soll deutlich kostengünstiger sein als bisherige Anpassungsmethoden. Was genau die In-Ears allerdings kosten und ab wann sie verfügbar sein werden ist noch unklar.

 

 Beitragsbild: Formlabs

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