Kollektives Gardening in Lyon

GIM France-Geschäftsführerin Monja Messner über „Coté Jardins“ – ein kollektiver Garten in Lyon, Frankreich. (Beitragsfoto von Francis Mainard).

Urban Gardening ist heute längst in urbanen Zentren im gesellschaftlichen Mainstream angekommen – Tomaten auf dem Balkon, Kräuter auf dem Fenstersims sprießen und gedeihen. Doch es geht auch groß – und halb-professionell, und dann nennt man das „Kollektives Gardening“. Wir stellen ein eindrucksvolles Beispiel aus Lyon im Südosten Frankreichs vor: Coté Jardins.

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An sechs Sonntagen im Jahr wird am Stadtrand von Lyon gejätet und „geackert“. Der Lohn: selbst angebautes Gemüse – gegessen mit garantiert gutem Gewissen (Foto: David Venier).

Coté Jardins ist ein kollektiver Garten – wobei der Begriff „Garten“ etwas untertrieben ist: es handelt sich nämlich um einen Hektar Agrarland, das von einem professionellen Landwirt und den Vereinsmitgliedern gemeinsam bewirtschaftet wird. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich beim Unkrautjäten (Pflicht!) und arbeiten sechs Sonntage im Jahr auf dem Acker. Dafür (und natürlich für einen Mitgliedsbeitrag) gibt es dann jeden Sonntag für jedes Mitglied einen Korb voll frischen Gemüses – also ähnlich den Gemüse-Abos, nur das hier eben auch selbst mitgearbeitet wird. Die Mitglieder essen also das, was sie vorher auch selbst angepflanzt haben. Und das Ganze am Stadtrand der Millionenstadt Lyon!

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Ein Hektar Land: alles andere als ein „Garten“ am Stadtrand von Lyon (Foto: Coté Jardins).

Diese großangelegten Kollektiv-Gärten gibt es in unzähligen Varianten – und natürlich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland (z.B. Meine ErnteEigenes Feld) und sie sind ein weiteres Indiz dafür, dass die Konsumenten von heute ganz genau wissen wollen, wo ihr Essen herkommt. Bessere Kontrolle als Eigenanbau gibt es nicht. Und Regionalität und Nachhaltigkeit sind auch noch gesichert.

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Landwirtschaftliche Idylle am Rande der Millionenstadt. Urbanes und rurales (Konsum-)Leben werden hier in Einklang gebracht  (Foto: Coté Jardins).

Also wohlverdienter Genuss nach getaner Arbeit mit einem rundum reinen Gewissen. Abgesehen davon macht Gartenarbeit Spaß – mit den Händen in der feuchten Erde zu wühlen hat etwas Ursprüngliches, das viele Büromenschen eigentlich seit ihrer Kindheit nicht mehr erlebt haben. Back to the roots – im wahrsten und ursprünglichsten Sinne des Wortes…

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