GIM @ NOAH Conference: The Future of Champions and Challengers

Auf der Noah Conference in Berlin kommt jedes Jahr die europäische Digitalwirtschaft zusammen. Hier treffen Start-Ups auf Investoren und Service-Provider. Ein guter Ort also, um einen Überblick über aktuelle digitale Trendthemen und Innovationen zu bekommen. Gemeinsam mit Hannes Fernow, der als Zukunftsforscher für unseren Service GIM foresight steht, haben wir am 13. und 14. Juni in der Station Berlin über 40 Vorträge gesehen – gehalten von Newcomern bis hin zu etablierten Playern. Diese Woche nehmen wir euch im Radar mit in die Welt der Startups und berichten von unseren Noah Highlights.

Experience, Efficiency & Cooperation: Die großen Themen

Die Noah Conference bringt Player aus den unterschiedlichsten Branchen, von FinTech und EduTech, über Mobility und e-Commerce, bis hin zu Digital Health zusammen. Was sie vereint: Die Suche nach zukunftsgerichteten Lösungen in der digitalen Welt. Dabei kreiste vieles um die großen Themen „Experience“, „Efficiency“ und „Cooperation“. Der Konsument der Zukunft stelle Erfahrung über Besitztum, so der Tenor vieler Start-Ups. Produkte müssen für ihn Geschichten erzählen und zur Experience werden. Und um mehr Zeit für Erlebnisse zu haben, braucht es effiziente Lösungen, die Zeit und Nerven sparen.

Station Berlin – Die NOAH Location (Bildnachweis: Carolin Weinkopf)

Mikromobilität: Hype oder Zukunftsbranche?

Micro Mobility ist ein boomender Markt für Start-Ups. Das wurde einem auf der Noah deutlich vor Augen geführt. Kurz vor Markteinführung der e-Scooter in Deutschland, herrscht eine große Konkurrenz unter den Anbietern. Jeder versucht mit seinem USP zu punkten: Kooperationen mit ÖPNV, Langlebigkeit, Wartung, Stabilität usw. Und das nicht ohne Grund, denn durchsetzen werden sich langfristig wahrscheinlich nur wenige Player im e-Scooter Markt.

Warum Micro Mobility die Zukunft ist? Der Scooter-Anbieter CIRC argumentierte, dass unsere Fahrten immer kürzer werden (im Durchschnitt unter 10 km) – das Auto sei für solche Strecken nicht das richtige Fahrzeug. Denn Autos brauchen viel Platz, und dieser Platz sei in den Städten nicht mehr vorhanden. Mikromobilität punktet neben der Größe natürlich auch mit geringeren Kosten, besserer CO2-Bilanz und in Städten sogar mit kürzeren Fahrtzeiten.

Circ und Tier: Zwei Konkurrenten auf dem e-Scooter Markt

„From Ownership to Usership“

„Shared & connected“ sind nicht nur die Mikromobilitäts-Lösungen. Auch e-Roller und e-Autos folgen dem Credo, dass sich unser Bedürfnis „from Ownership to Usership“ weiterentwickelt. Das heißt: vor allem junge Zielgruppen möchten Mobilitätslösungen nutzen, statt sie zu besitzen. Das ist kostengünstiger, einfacher und umweltschonender. Und mit conntected-features ist die Mobilität auch bequemer: Denn dann können Schlüssel mit Freunden geteilt werden und man hat auf seinem Smartphone die freie Wahl, welche Mobilitätslösung am besten zu der jeweiligen Situation passt – bzw. die algorithmische Empfehlung, welches Verkehrsmittel das schnellste, günstigste oder komfortabelste ist.

Mehr Zeit für anderes: Convenience Apps

Digitale Anbieter kommunizierten vor allem einen Benefit: Mit Nutzung ihrer Services sollen User Zeit für andere (schönere) Dinge einsparen. Das gilt insbesondere für Apps, die für mehr Convenience im Alltag sorgen. Im Bereich FinTech fiel uns die große Zahl an Finanzmanager-Apps auf. Diese bieten vereinfacht gesagt „alles in einer App“ an und gehen damit weit über das klassische Banking wie wir es gewohnt sind hinaus. So kann der User seine Finanzen zentral verwalten und hat alle Ein- und Ausgaben im Blick.

Auch in anderen Bereichen versprachen uns App- und Websiteanbieter auf der Noah Erleichterung und Zeitersparnis. So beispielsweise bei der Urlaubsplanung. „Reduce complexity“ war hier das Stichwort. Vergleichsportale wie hometogo vereinfachen die Hotelsuche, hier werden Ergebnisse von vielen Suchportalen gesammelt angezeigt und verglichen. Und auf Seiten wie getyourguide können Touren und Eintrittskarten zentral über eine Plattform gekauft werden.

Die Suche nach Erfahrungen

Wenn von Experience die Rede war, dann meist in Verbindung mit jungen Zielgruppen. Denn Millenials & Co. sprechen Produkte, die Geschichten erzählen und Bilder produzieren, besonders an. Wir leben in einer „Kreativökonomie“. Und auf der Noah wurden viele Geschichten erzählt und viele Bilder gezeigt. Uns wurde schnell klar: fast alles kann „eventisiert“ werden oder eine Geschichte erzählen.

Ein gelungenes Beispiel dafür, ist der Online Modehändler „Best Secret“. Hier können ausschließlich Mitglieder einer exklusiven Communitiy shoppen. Teil dieser wird man nur auf persönliche Einladung. Auch andere e-Commerce Riesen wie „About you“ bieten ein individuelles Shopping-Erlebnis: jedem User werden andere Teile präsentiert, basierend auf Käufen und Klicks. „Kuratiertes Shopping“ nennt sich das.

Das Noah Fazit 2018: „The future of business are emotions“

Unser Fazit: Zusammen ist man weniger allein

„The future of business are emotions.“ Das war das Fazit der Noah 2018. 2019 könnte man ergänzen: The future of business are unique emotions through shared experiences. In Zeiten von AI und Co. werden persönliche, aber auch gemeinschaftliche Erlebnisse als Gegenpol zur zunehmenden Digitalisierung ein immer stärkeres Bedürfnis. Effiziente Lösungen dienen dazu, mehr Zeit für Erlebnisse einzusparen und werden teils selbst zum Erlebnis.

Auch wenn deutsche Investoren eher zurückhalten sind: Auf der Noah hatten wir das Gefühl, dass sich der Trend auch hierzulande hin zur Kooperation entwickelt. Die Bereitschaft der „big player“, in innovative Ideen der Start-Ups zu investieren, schien groß. Immer wieder ging es um Hochzeiten zwischen erfolgreichen Champions und aufstrebenden Challengers. Nicht zuletzt, da sich einige Großunternehmen einen notwenigen kulturellen Shift von der Zusammenarbeit erhoffen.

Zu guter Letzt hoffen wir, dass der Frauenanteil bei einer so zukunftsweisenden und fortschrittlichen Konferenz in den nächsten Jahren höher ausfallen wird. In diesem Jahr war die Start-Up Welt auf der Noah noch deutlich männerdominiert 😉 Und – als Marktforscher können wir leider nicht anders – wir hoffen, dass die Perspektive der Konsumenten bei Konferenzen wie der Noah und bei der Entwicklung von Produkten und Services mehr Raum bekommt. Wo Investoren und Start-Ups zusammenkommen, da sollte auch der Nutzer von Anfang an eine Stimme erhalten.

Look of the Future? Auf einem Testgelände sind wir    e-Scooter von Circ und Tier testgefahren. 🙂

Wenn ihr mit uns über Themen der Noah diskutieren möchtet, freuen wir uns über Eure Nachrichten: fernow@gim-foresight.com (Hannes) und l.bechtold@g-i-m.com (Laura).

Weitere Infos zur Noah findet ihr unter www.noah-conference.com

 

 

Ihr möchtet mehr über die GIM Zukunftsforschung erfahren? Hier geht es zur Website von GIM foresight:

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