Gemeinsam „Open Codes“ entschlüsseln: ZKM & GIM forschen zusammen

Dass die Welt aus mehr besteht als dem, was wir sehen, hören oder riechen können, ist uns allen bewusst – spätestens seit Smartphones das private Leben digital gemacht haben. Algorithmen steuern mehr und mehr die Art und Weise, wie wir leben, Codes bestimmen den Alltag. Wie lebt es sich in einer Welt, die nicht mehr alleine von Dingen, Worten und Bildern, sondern vor allem von Daten beherrscht wird – und wie wird das erst in Zukunft aussehen? Das sind einige der großen Fragen unserer Zeit.

Große Fragen suchen nach großen Antworten. Und die versucht das weltbekannte Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe zu geben. Seit Anfang September läuft dort die Ausstellung “Open Codes II”. Sie widmet sich unserem Leben in einer durchdigitalisierten Welt mit ihren programmierten, intelligenten Umgebungen. Folgerichtig heißt die spektakuläre Ausstellung im Untertitel: „Die Welt als Datenfeld“.

„Open Codes II – Die Welt als Datenfeld“: Die zweite Runde der innovativen Ausstellung im weltweit renommierten ZKM. Bild: Elias Siebert

Bevor wir auf die Ausstellung näher eingehen, müssen wir erst noch etwas ebenfalls Spektakuläres loswerden: rund um die „Open Codes II“ kooperieren wir mit dem ZKM. Genauer: wir führen mit dem Zentrum eine mehrphasige, begleitende Akzeptanzstudie unter den BesucherInnen der Ausstellung durch. Ziel ist es herauszufinden, wie das völlig neuartige Ausstellungskonzept ankommt. Side fact: das ZKM wird als Kulturinstitution inzwischen in einem Atemzug genannt mit dem MOMA in New York.

So, genug gelobhudelt: was ist das Besondere an der „Open Codes II“? Die Karlsruher haben keine reine Ausstellung kuratiert, sondern für die BesucherInnen eine Art großen Arbeitsraum erschaffen, ein Plenum, eine Begegnungsstätte. Die BesucherInnen stehen dabei im Mittelpunkt: freier Eintritt, freie Verpflegung, freie Nutzung. Man wird dazu eingeladen, das Museum als Denkraum, Co-Working-Space und als Assembly, als neue Form der Versammlung zum Austausch und Erwerb von Wissen zu nutzen.

Nicht nur als Ausstellung, unter anderem auch als Co-Working-Space mit freiem Eintritt, kostenloser Verpflegung und Internetanschluss für alle ist „Open Codes II“ konzipiert. Bild: Elias Siebert

Selbstverständlich gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Konferenzen, Symposien, Workshops und Filmvorführungen. So wird die Diskussionsreihe „Was ist open …?“ mit fünf unterschiedlichen Aspekten der digitalen Welt geführt. Einmal werden Open Codes, ein andermal Open Data, Open Source, Open Hardware und zuletzt Open Access in den Fokus gerückt. Ziel der Reihe ist es, eine öffentliche und offene Diskussion rund um Themen des Lebens in digitalen Welten zu ermöglichen – dabei kann jeder Fragen stellen und mitsprechen. Daneben wird die Grenzenlosigkeit der Ausstellung demonstriert: die evangelische und katholische Kirche gestalten in Zusammenarbeit mit der Museumskommunikation regelmäßige  Führungen.

Nun zu unserem Job: seit dieser Woche läuft die Forschung zur „Open Codes II“. Die Akzeptanzstudie unter BesucherInnen soll dem ZKM wertvolle Informationen für die Zukunft des innovativen Museums generieren. Derzeit finden so genannte „Go-Alongs“ mit BesucherInnen statt: während ihres Aufenthalts in der Ausstellung  begleiten wir sie und fragen sie nach ihren Eindrücken. Ziel: eine fundierte Erkenntnis erlangen über die Wirkung der Ausstellung, die ja weit mehr als eine reine “Exhibition” im klassischen Sinne ist: kommt das Konzept dort an, wo es ankommen soll? Gefällt den Besuchern das neuartige Modell der Vermittlung? Und so weiter…

Im ersten Quartal 2019 werden die Ergebnisse der quantitativ-qualitativen Erhebung vorliegen. Das ZKM gleichermaßen wie wir sind gespannt auf die Resultate. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden…

Wenn Ihr Fragen zur Kooperation oder zur Herangehensweise an diese spektakuläre Ausstellung habt, könnt Ihr Euch gern an GIM Research Director Sebastian Klein wenden (+49 6221 83 28 203).

(c) Beitragsbild: Zach Blas und Jemima Wyman

(c) Bilder Text: Elias Siebert

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