Fintech – Es tut sich was im Bereich Finanzen

Das Internet stellte sein Potential als disruptives Mediums im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder unter Beweis: neben der Musikbranche, die durch Napster und Co. umgekrempelt wurde, sehen wir aktuell große Veränderungen in den Bereichen Mobilität und Reisen durch Dienste wie Uber und Airbnb. Nun soll auch die Finanzbranche von den Vorteilen der digitalen Vernetzung profitieren: beispielsweise ist die Zahl der Bankfilialen in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gesunken, wohingegen die Zahl derer, die Online-Banking betreiben, zugenommen hat.

Copyright Titel-Foto: Benjamin Child, Stocksnap.

Ein Wort taucht in diesem Zusammenhang immer häufiger auch in deutschen Medien auf: Fintech. Eine genaue Definition dessen, was sich dahinter verbirgt, wird jedoch eher selten geliefert. Das Wort selbst steht als Kurzform für Finanztechnologie. Es ist sozusagen ein Sammelbegriff für alle Dienstleistungen, die mit Hilfe digitaler Technologien neue Angebote in klassischen Bereichen des Bankgeschäfts wie Kredite, Anlagestrategien und Zahlungsverkehr liefern.

kreditech
Kreditech ist eines der bekanntesten deutschen Fintech-Unternehmen

Derzeit konzentrieren sich die Angebote von Fintech-Unternehmen vor allem darauf, durch Digitalisierung Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ein einheitliches oder zentrales Betätigungsfeld gibt es hierbei nicht: was genau sich hinter dem Begriff Fintech verbirgt, variiert daher von Unternehmen zu Unternehmen.

Wir haben für euch eine aktuelle Auswahl verschiedener Fintechs und dessen Dienstleistungen zusammengetragen:

  • Kreditech ist eines der bekanntesten Fintechs in Deutschland. Das Unternehmen wurde 2012 in Hamburg gegründet und hat inzwischen weltweit 7 Standorte und über 300 Angestellte. Kreditech vergibt Kredite vor allem an Personen, die von traditionellen Banken als weniger kreditwürdig eingestuft werden. Die Kreditwürdigkeit überprüft Kreditech dabei auf Basis von Big-Data-Algorithmen. Die Daten, auf die zurückgegriffen wird, speisen sich unter anderem aus Informationen aus Sozialen Netzwerken und Informationen über die Hardware, mit dessen Hilfe der Kreditantrag gestellt wird (z.B. Betriebssystem, Browser)
  • eToro ist ein Netzwerk für so genanntes „Social Investment“, bei dem Kleinanleger den Strategien erfahrener Händler folgen
  • Auxmoney bringen Leute, die an Krediten interessiert sind, mit Privatleuten zusammen, die Geld verleihen wollen
  • Holvi: bietet ein „digitales Geschäftskonto“, das unter anderem die Betreiber von Online-Shops ansprechen soll, da es über Buchhaltungs- und Rechnungs-Funktionen verfügt
  • Crosslend ist eine Plattform die Kreditnehmer aus Hochzinsländern mit Investoren aus Niedrigzinsländern vernetzt
  • Financefox hilft, verschiedene Versicherungen zu Verwalten
  • Whitebox ist ein Online-Vermögensverwalter
  • creditshelf ist Plattform für kurzfristige Kredite für mittelständische Unternehmen
  • asuro hilft beim Verwalten von Versicherungsverträgen

Statista schätzt das Transaktionsvolumen im FinTech-Markt dieses Jahr auf etwas mehr als 91 Milliarden Euro. Das größte Marktsegment ist der „Digitale Zahlungsverkehr“ mit einem Volumen von über 88 Millarden Euro.

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Ein Gedanke zu „Fintech – Es tut sich was im Bereich Finanzen“

  1. Hallo Sebastian, merci für den interessanten FINTECH-Überblick mit vielen unbekannt klingenden Namen, die sich aber doch zunehmend breit machen und von den „angegriffenen“ etablierten Marken inzwischen mit Kapital versorgt werden, weil man in ihnen doch Zukunft sieht.

    UND: Die Liste könnte man mit sog. „INSURTECHs“ gerade fortsetzen. Da rütteln die Youngsters die Platzhirschen auch ordentlich durcheinander, z.B. mit Kurzzeit-Versicherungen per App-Schieberegler! So wie etwa eine Unfallversicherung für drei Tage, bevor ich kurz mal ins Ski-Wochenende entschwinde. Oder darf es eine Versicherung meines liebgewonnenen Musikinstruments sein, das ich für 2 Wochen mit in den Urlaub nehme und gegen Beschädigungen oder Diebstahl absichere? Klar, per Schieberegler.

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