Erklärvideos: Was können wir von YouTube lernen?

Wie funktioniert eigentlich Fotosynthese? Um was ging es beim Freihandelsabkommen (TTIP)? Oder: Was macht nochmal genau die Europäische Zentralbank? Will man Antworten auf Fragen wie diese und das möglichst schnell, dann genügen meist nur wenige Klicks – das Internet macht‘s möglich. Wer keine Lust oder Zeit hat sich auf Wikipedia und Co größere Textberge durchzulesen, greift immer öfter zum Videoformat. Vor allem auf YouTube lassen sich zunehmend Erklärvideos finden, die sich mit Themen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder auch Umwelt auseinandersetzen und versuchen auf komplexe Fragen kurze, prägnante Antworten zu liefern.

Erklärvideos schlagen in die gleiche Kerbe wie die Sendung mit der Maus, Wissen vor acht oder Xenius. Gemäß dem Motto „Lernen soll Spaß machen!“ erfreuen sich die Clips vor allem auf englischsprachigen YouTube-Kanälen schon länger größerer Beliebtheit. Ein Beispiel hierfür wäre etwa der Bildungskanal CrashCourse, der von den zwei ambitionierten Brüdern John und Hank Green gegründet wurde. Mit ihren Kurzvideos zu Geschichte, Biologie, Literatur, Wirtschaft, Chemie und Psychologie erzielen die Brüder weltweit über 360 Mio. Klicks. Auf ihrer Seite ermuntern sie zudem Lehrer, die „Kurse“ gezielt im Schulunterricht einzusetzen.

Mit bislang über 2,1 Mio. Abonnenten und 200 Mio. Aufrufen ist CGP Grey als ein weiterer beliebter englischsprachiger Kanal zu nennen. Auch hier geht es darum komplexe Dinge einfach, übersichtlich und verständlich zu erklären. Auch in Deutschland gibt es auf YouTube etliche Peter Lustig 2.0-Versionen, von denen wir euch hier ein paar vorstellen möchten:

Bei Clixoom stehen spannende Experimente, revolutionäre Forschungsergebnisse und Wissenschaftsnews im Fokus. Der Kanal hat über 330.000 Abonnenten und über 112 Mio. Klicks. Moderiert wird das ganze von Christoph Krachten, der 2011 auch ein Buch namens “Youtube: Erfolg und Spaß mit Online-Videos” veröffentlicht hat. Dort gibt er Tipps und Tricks, wie man die Videoplattform “richtig” nutzt und den Bekanntheitsgrad seiner Clips verbessern kann.

Auf Kurzgesagt – in a nutshell werden wissenschaftliche Themen mit Animationsvideos gepaart. Ursprünglich gab es die Videos in zwei Sprachen: Aufgrund der geringen Nachfrage wurde die deutsche Version allerdings eingestellt und so konzentriert sich das Münchner Designstudio nur noch auf englischsprachige Clips. Die aufwendig illustrierten Erklärvideos feiern mit bislang über 2 Mio. Abonnenten und 102 Mio. Aufrufen große Erfolge und wurden sogar für den Deutschen Webvideopreis in der Kategorie Journalism nominiert.

Zu YouTube-Stars der etwas anderen Art schafften es auch Alex Giesecke und Nicolai Schork. Auf fünf verschiedenen Kanälen (Mathe, Bio, Chemie, Physik und Wirtschaft) geben die Jungs von The Simple Club kostenlos Online-Nachhilfe. Nach eigenen Angaben erreichen die Kanäle jeden Monat über eine halbe Million Schüler und Studenten. Der Lernstoff kann seit neuestem auch mit einer App auf dem Smartphone abgerufen werden.

 

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