E-Health: aktuelle Gesundheitsakten-Apps

An einer elektronischen Gesundheitsakte wird in Deutschland bereits seit vielen Jahren gearbeitet. Seit 2011 wird das Konzept in verschiedenen Regionen des Landes in der Praxis getestet. Die Idee ist simpel: Ärzte sollen bei Bedarf aus einer elektronischen Datenbank Informationen über Patienten – nach dessen expliziter Zustimmung – fach- und klinikübergreifend abrufen können, zum Beispiel Behandlungsdaten, Medikamente oder Allergien.

Hierzulande arbeiten eine handvoll Unternehmen inzwischen auch an apps, die es Patienten ermöglichen sollen, Daten über die eigene Gesundheit zu speichern und bei Bedarf mit einem Arzt teilen zu können. tomatomedical, MedisApp und DoctorBox sind drei apps, die jeweils ähnliche Grundfunktionen bieten.

Die Gesundheitsakten-app DoctorBox.

Patienten sollen sie vor allem nutzen, um darin Dokumente abzulegen, zum Beispiel Informationen zu Befunden, Sympoten, Medikamenten, Arztbriefen, Krankenhausberichten oder Behandlungsberichten von Therapeuten. Auch Papier-Dokumente können direkt aus den Apps heraus abfotografiert und gespeichert werden. Neben der Verwaltung von Informationen können Patienten über die apps auch Informationen zu verschiedenen Ärzten (z.B. Adressen, Telefonnummern und Termine) abspeichern.

Neben den drei oben genannten Anbietern wird in den Medien (z.B. FAZ) aktuell vermehrt über ein weiteres startup berichtet, dass eine Gesundheitsakten-app anbietet: LifeTime unterscheidet sich von anderen Anbietern vor allem dadurch, dass es aktiv auch um die Mitarbeit von Ärzten wirbt. So können Ärzte die app in der eigenen Praxis installieren, um dort Informationen über Patienten zu speichern, auf welche diese dann zurückgreifen oder sie mit Kollegen teilen können.

Langfristig hat sich LifeTime zum Ziel gesetzt, den Gesundheitsbereich in Deutschland zu digitalisieren und zu vernetzen und dadurch einerseits die Behandlungsqualität von Patienten zu erhöhen sowie andererseits den bürokratischen Aufwand auf Seiten der Ärzte im Hinblick auf die Verwaltung von Patienten-Informationen zu reduzieren.

Das Geschäftsmodell von LifeTime basiert auf einer monatlichen Gebühr von knapp 10 €, die Ärzte zu zahlen haben. Patienten können die App kostenfrei nutzen.

Das Thema Datensicherheit spielt in diesem Zusammenhang selbstverständlich für alle Anbieter eine große Rolle: tomatomedical zum Beispiel verschlüsselt alle Daten, die gespeichert werden, mit dem allgemein als sicher geltenden Standard AES-256. Datenübertragungen erfolgen SSL-verschlüsselt. Darüber hinaus befinden sich alle Server, mit dessen Hilfe Daten übertragen werden, in Deutschland.

Wir sind gespannt, wie sich die Landschaft der Gesundheitsakten-apps in Deutschland weiter entwickeln wird. Der Erfolg der apps hängt hierbei letztlich nicht lediglich von Patienten ab, sondern vor allem auch von der Mitmachbereitschaft der healthcare professionals.

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