dmexco 2017: Einmal Digitalisierung und zurück (I)

Einige unserer KollegInnen besuchten zuletzt verschiedene XL-Branchen Events, sprich: die Großen! Sie haben für Euch ihre Eindrücke festgehalten. Den Anfang macht unser Kollege Dr. Sebastian Bönisch. Er ist mit seinem Team bei der GIM zuständig für Datenbank-Architekturen, Programmierungen und „Big Data“. Kein Zufall also, dass er sich mal gründlich umgeschaut auf einer DER internationalen Leitmessen zum Thema „digital“: der dmexco in Köln. Wir werden seinen spannenden „Reisebericht“ über mehrere Posts verteilen. Dazwischen gibts – von ExpertInnen aus unserem Automotive Team – auch noch Eindrücke von der diesjährigen IAA in Frankfurt.

Jetzt aber erstmal viel Spaß beim Lesen des ersten Teils des dmexco Reports von Sebastian Bönisch…

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, für die GIM an einer der weltweit führenden Messen für Digitalmarketing teilzunehmen, der dmexco in Köln. Über meine Eindrücke von dieser spannenden und außergewöhnlichen Veranstaltung berichte ich Euch gerne!  Doch zunächst: Wie gelingt die Annäherung an das Phänomen dmexco am besten? Vielleicht zunächst einmal über den – etwas exotisch anmutenden – Namen der Veranstaltung: „dmexco“ steht für „digital marketing exposition and conference“, und dem hierin enthaltenen Anspruch, eine Kombination aus Messe und Konferenz zu sein, wird die dmexco auch in jeder Hinsicht gerecht!

So oder so ähnlich hat es auf der dexco überall ausgesehen: Es war voll!

Anders als auf anderen Messen, bei denen Vorträge und Workshops eher zum ergänzenden Rahmenprogramm gehören, sind auf der dmexco Rednerpulte und Präsentationsleinwände omnipräsent. Auf allen Gängen und in allen Hallen laufen zu jeder Zeit Vorträge und Debatten, oft auch direkt an den Ständen. Das macht die Veranstaltung einerseits sehr dynamisch und informativ, weil man gewissermaßen gar nicht anders kann als ständig (auch ungewollt) Informationen aufzuschnappen. Andererseits führt dieses Konzept zu einem permanent hohen Geräuschpegel und verstärkt die durch die unzähligen blinkenden Monitore und grellen Werbebotschaften hervorgerufene messe-typische Reizüberflutung noch zusätzlich.

Apropos Reizüberflutung: Die dmexco ist RIESIG! Im Jahr 2016 verzeichneten die Organisatoren 50.700 Besucher und 1.013 Aussteller. Zum Vergleich: Die vielen von uns bekannte Marktforschungsmesse Research & Results in München meldete für 2016 eine offizielle Besucherzahl von 3.300 und zählte 191 Aussteller. Damit ist die dmexco zwischen fünf und 15 Mal größer als die ohnehin schon sehr umfangreiche „R&R“!

So haben typische „stages“ ausgesehen, auf denen Kurzpräsentationen gehalten wurden.

Was die dmexco aus meiner Sicht aber letztlich zu einer wirklich besonderen Veranstaltung macht, ist nicht nur ihre schiere Größe, sondern die enorme Reichhaltigkeit des Angebots: Neben den teilweise extrem aufwändig gestalteten Ständen der nach Themenbereichen gruppierten Aussteller in den Messehallen gibt es zwei große Vortragssäle („Congress Hall“ und „Debate Hall“), eine „Experience Hall“ für Digitalisierung zum Anfassen, eine „Motion Hall“ mit den neuesten Trends rund um Videocontent, diverse Seminarräume, ein „Speakers‘ Forum“ und – last not least – das „Start-up Village“.

Das ist ein digitaldarwinistisches Minidorf, in dem aufstrebende Start-ups nicht nur um die Gunst des gewöhnlichen Messepublikums buhlen, sondern im besten Fall direkt an Ort und Stelle zahlkräftige Investoren für ihre Geschäftsidee begeistern und über entsprechende Finanzierungen kurz- bzw. mittelfristig ihr Überleben sichern können. Zu diesem Zweck sind im Start-up Village diverse halbrunde, Arena-hafte „Stages“ aufgebaut, in denen Start-up-Vertreter im direkten Wettbewerb ihre Geschäftsideen und -modelle erläutern und sich den kritischen Fragen des anwesenden Fachpublikums stellen.

Welcome to the Jungle – Welcome to the start-up Village

Thematisch wird die dmexco ganz klar von den Bedürfnissen der Digital-, Werbe- und Medienwirtschaft dominiert. Ein Großteil der Aussteller sind technische und strategische Supplier für die Durchführung, Messung und Optimierung von Onlinemarketing-Kampagnen. Das erklärte Ziel und gemeinsame Credo aller Anbieter ist das Ausspielen relevanter, personalisierter und endgeräteunabhängiger Werbung, die mithilfe entsprechender Tracking- und Segmentierungsansätze den Kunden während seiner gesamten digitalen Customer Journey begleitet, analysiert und steuert.

Natürlich wird hierbei an den üblichen Buzz Words und Heilsversprechen nicht gespart, und überhaupt und sowieso ist grundsätzlich jeder Anbieter state-of-the-art (klar!), setzt die neuesten Verfahren des Machine Learning und der Artificial Intelligence fürs Data-driven Marketing ein (logisch!) und bietet dadurch eine einzigartige 360°-Sicht auf den Kunden – wobei sich sein Produkt seamless und responsive in die digitale Customer Journey einfügt, touchpoint-unabhängig versteht sich!

Bei so viel digitaler Perfektion könnte sich einem bisweilen die Frage aufdrängen, warum wir eigentlich nach wie vor tagtäglich mit so viel irrelevanter und schlecht platzierter Werbung bombardiert werden…aber das nur mal so am Rande.

Dr. Sebastian Bönisch: Senior Director Data Science & Software Engineering und „Herr der Daten“ der GIM 🙂

Im nächsten Teil seines dmexco Reports greift Sebastian Themen wie Internet of Things und Influencer Marketing auf – und versucht sich auch mal, diese flirrende Branche mit etwas Abstand aus der Vogelperspektive anzuschauen…

Wenn Ihr Kontakt mit Sebastian aufnehmen möchtet, tut das gerne: s.boenisch@g-i-m.com

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