Die Gen Z und die Sozialen Medien – „Digital Self vs. Real Self“

OK Boomer Gen Z GIM
01. August 2019 | Fabian Oppel
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nsere Studie „Digital Self vs. Real Self“ liefert Insights zum Onlineverhalten der Gen Z, ihrer Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung. Da die Studie in den vergangenen Monaten auf großes Interesse gestoßen ist, gehen wir diese Woche im Radar auf einige Studieninhalte ein. Dabei werfen wir einen genaueren Blick auf die Rolle und Nutzungsszenarien Sozialer Netzwerke und lassen die Studienverantwortliche Tina Choi-Odenwald zu Wort kommen.

Titelseite der Gen Z-Studie „Digital Self vs. Real Self“. Bild: GIM

Die Ergebnisse der Studie „Digital Self vs. Real Self“ machen deutlich: Auf Instagram & Co. präsentiert sich die Generation Z überraschend homogen. Online zeigen die 16- bis 23-Jährigen ähnliche Träume und Schönheitsideale. Gleichzeitig werden die Netzwerke zu ganz unterschiedlichen Zwecken genutzt. Welche Rollen erfüllen also Whatsapp, Instagram, Snapschat und Facebook für die junge Generation?

Die Rollen der Sozialen Netzwerke für die Gen Z

WhatsApp. Die „Digital Self vs. Real Self“ Studie unterscheidet bei Sozialen Netzwerken zwischen alltagsnah vs. frei sowie diskursiv vs. profilbildend. Nach diesem Schema wird der Messengerdienst WhatsApp für alltagsnahe und diskursive Kommunikation genutzt: schnell mal schreiben, zum Beispiel um seinen Alltag zu organisieren.

Ausschnitt aus der GIM GenZ-Studie „Digital Self vs. Real Self“: Welche Sozialen Medien bedienen welche Persönlichkeitsaspekte? Bild: GIM

Instagram. Dem gegenüber steht das Soziale Netzwerk Instagram: Hier geht es um die tatsächliche Selbstdarstellung im Internet. Jeder Nutzer hat ein eigenes Profil, auf dem er Fotos und Videos hochladen kann. „Manche Studienteilnehmer nutzen ihren Instagram-Account als eine Art Lebenslauf. Ein potenzieller Arbeitgeber oder ein potenzielles Date soll mit einem Blick die wichtigsten Botschaften erfassen“, berichtet Tina Choi-Odenwald. So zeigten Teilnehmer, die sich als Tierfreunde darstellen möchten, zum Beispiel Bilder mit einem Hund und Reiselustige Teilnehmer Urlaubsbilder. Die Profile werden zum Kreieren eines eigenen Images, als eigene Darstellungsplattformen eingerichtet. Die Fotos und Videos präsentieren gezielt die „Schokoladenseiten“ der NutzerInnen. Entsprechend ist das Netzwerk als profilbildend und frei eingegliedert.

Snapchat. Bei Snapchat steht dagegen Spontaneität statt Perfektion im Fokus. Mit diesem Medium senden User Bilder an ausgewählte Kontakte, wobei sich die Fotos nach einer vom User vorgegebenen Zeit wieder löschen. Bei Snapchat steht für die Gen Z der Spaß im Vordergrund. Fotofilter, die einem digital Hundeohren, Brillen oder andere Accesoires aufs Bild zaubern, steigern dabei den Spaßfaktor. Dabei gilt: Quantität vor Qualität.

Facebook. Facebook gilt dagegen – ähnlich wie Instagram – als Visitenkarte, die man sich selbst erschafft. Jedoch nutzen inzwischen auch die Eltern und Großeltern der Gen Z dieses Netzwerk. Deswegen versuchen die 16-23 Jährigen hier ein möglichst familientaugliches Bild zu kreieren. Das Netzwerk ist daher alltagsnah und profilbildend.

Social Media ist nur Facette: Was nach außen gezeigt wird, ist die Schokoladenseite der NutzerInnen und daher nur ein Teil des Ganzen. Bild: GIM

 

Social Media = Facette?

Die Sozialen Medien stellen dabei aber nur Teilaspekte der Persönlichkeit dar. Oft entspricht das kreierte Bild einer Person nicht der Realität. Tina bestätigt das: „Der Unterschied zwischen Realität und Social Media ist mitunter so frappierend, dass man manche Personen gar nicht wiedererkennt, wenn man sie trifft. Dieses Phänomen ist in der Altersgruppe durchaus bekannt und akzeptiert.“ Dabei halten sich die Nutzer an die spezifischen ästhetischen Regeln des jeweiligen Sozialen Mediums um ihr „Digital Self“ zu kreieren.

 

 

Die Studienverantworlichen GIM Corporate Director Patricia Blau  und Senior Research Managerin Tina Choi-Odenwald.

Kontakt: p.blau@g-i-m.com  |  t.choi-odenwald@g-i-m.com

Die Studie Digital Self vs. Real Self könnt ihr hier kostenlos beziehen. 

Übrigens: In den vergangenen Monaten hat die GIM einige Publikationen zur Generation Z veröffentlicht. Eine Auflistung findet ihr auf unserer Dossier-Seite.

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Comments (2)

Sehr geehrte Frau Patricia Blau und Tina Choi-Odenwald!

Ich schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit und würde gerne Ihre Studie heranziehen. Ich hätte da jedoch eine Frage zu ihrer Zielgruppe.
Auf welche Zielgruppe bezieht sich die Studie? von 16- 23- jährige oder 18-24 -jährige? Bei den Grafiken steht immer N=600, also sind das die 18-24 Jährigen? gibt es auch Ergebnisse mit den N=24 (16-23 Jährigen)?

Mit freundlichen Grüßen
Anika Schmidt

Sehr geehrte Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Studie können Sie kostenfrei hier bestellen, sie wird ihnen dann schnellstmöglich zugestellt: https://www.g-i-m.com/de/studien/digital-self-vs-real-self.html

Ihre Frage stellen Sie am besten direkt per Mail an Frau Blau oder Frau Choi.

Beste Grüße

Fabian Oppel (GIM Radar)

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