Den vollen Durchblick mit smarten Kontaktlinsen

Google hat sie, Sony wird sie wohl haben und auch Samsung arbeitet daran: Es geht um smarte Kontaktlinsen, die, mit verschiedenen Funktionen ausgestattet, unseren Alltag erleichtern oder mit technisch interessanten Gadgets bereichern sollen. Neben der Erfassung biologischer Daten, sollen die smarten Kontaktlinsen in Zukunft vor allem mit Kameras oder auch Displays ausgestattet sein – die Linse als Wearable der Zukunft sozusagen.

Fast ein alter Hut: Vor über zwei Jahren stellte das interne Google-Labor „X“ eine intelligente Kontaktlinse vor, die die Forscher des Informationstechnologiekonzerns Alphabet Inc. entwickelt haben. Die smarte Linse misst sekündlich den Zuckerspiegel in der Tränenflüssigkeit und soll Diabetiker bei Schwankungen warnen. Auch wenn es bis zur Markteinführung wohl noch einige Zeit dauern wird – laut dem Schweizer Pharmakonzern Novartis, der seit Juli 2014 gemeinsam mit Google an der Linse arbeitet, ist man auf einem guten Weg: Noch in diesem Jahr soll die Kontaktlinse am Menschen getestet werden. Fest steht auf jeden Fall, dass die Linse bei weltweit  über 422 Mio. Diabetikern eine sehr große Zielgruppe ansprechen würde.

Auch Sony und Samsung denken an Kontaktlinsen mit integrierter Technik: Sony arbeitet nach eigenen Angaben an einer Linse, die Fotos sowie Videos aufnehmen und sogar speichern soll. Die Steuerung erfolgt laut Patent über das Auge selbst, indem der Träger auf eine bestimmte Art und Weise blinzelt. Die Kontaktlinse kann demnach anhand der Dauer des Blinzelns unterscheiden, ob es sich um eine bewusste oder reflexartige Bewegung handelt. Eine Zoom- und Fokus-Funktion soll ebenfalls integriert sein.

Auch wenn das ziemlich nach Science Fiction klingt: Neben Sony hat auch Samsung einen Patentantrag für eine smarte Kontaktlinse gestellt. Ausgestattet mit einem kleinen Display und einer Kamera soll die Kontaktlinse eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung (Augmented Reality) ermöglichen, indem sie zum Beispiel fotografiert oder Navigationsanweisungen direkt in das Auge des Trägers projiziert – eine optimierte Variante von Google Glass sozusagen.

Ob die Linsen tatschlich in Planung sind und in naher Zukunft realisiert werden oder doch nur als Idee auf dem Papier existieren, ist unklar. Eines wird auf jeden Fall deutlich: Smarte Kontaktlinsen stellen eine interessante Weiterentwicklung von Wearable-Technologien dar, bei der die Schnittstelle Mensch-Maschine immer näher an den menschlichen Körper heranrückt.

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