Craft Beer: Bier wird kulturell aufgewertet

Haben Sie schon von Craft Beer gehört? Nein? Das wird sich in den kommenden Monaten sicher ändern, insbesondere, da Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor das Land mit dem zweithöchsten Bierkonsum pro Kopf und pro Jahr bildet. Bier ist in Deutschland also nach wie vor ein überaus populäres Getränk. Marken wie Veltins, Jever, Augustiner, Krombacher und Beck’s sind vielen Deutschen ein Begriff.

Was ist – im Vergleich zu diesen Marken – also Craft Beer? Als Craft Beer wird, einfach ausgedrückt, Bier bezeichnet, das in kleinen Brauereien in relativ kleinen Stückzahlen produziert wird. Als Vorbild für die sich gerade etablierende, deutsche Craft Beer Szene gelten vor allem die USA: die Vereinigten Staaten sind unter Bier-Fans bereits seit Langem dafür bekannt, dass es neben großen Marken wie Budweiser auch noch eine Vielzahl an Brauereien gibt, die Bier in kleineren Mengen produzieren. Mit diesen kleineren Auflagen geht vor allem eine Experimentierfreudigkeit der Bierbrauer einher, die für geschmackliche Vielfalt sorgt.

Deutsche Craft Beer Marken wie Craftwerk Brewing, Crew Republic oder Braufactum haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Image von Bier aufzupolieren: weg vom Standard-Getränk auf Volksfesten oder WG-Parties, hin zu mehr moderner Vielfalt. Wert gelegt wird vor allem auf hochwertige Zutaten und handwerklich einwandfreie Braukunst. Die daraus resultierende, geschmackliche Vielfalt ist im Vergleich zu etablierten Marken besonders groß: so gibt es z.B. Sorten, die nach 50 Jahre alten Rezepten gebraut werden, Bier, dass im Whiskeyfass gereift wird oder Bier mit sieben verschiedenen Hopfensorten.

Das Hop Head IPA7 von Craftwerk Brewing
Das Hop Head IPA7 von Craftwerk Brewing, ein so genanntes „American India Pale Ale“

Wie populär der Craft Beer Trend in Deutschland inzwischen ist, zeigen z.B. ausführliche Berichte auf Süddeutsche.de oder DIE WELT. Auch gibt es bereits Weblogs wie z.B. Feiner Hopfen, die sich einzig dem Craft Beer widmen.

In 2013 hat eine Kickstarter-Kampagne für Aufsehen in der Craft Beer Gemeinschaft gesorgt: der Brewbot. Ein Team aus amerikanischen Enthusiasten hat hier eine Mikro-Brauerei für die eigenen vier Wände entwickelt. Für umgerechnet knapp 2.700 € bekommt man als Käufer eine kleine Anlage ins Haus geliefert, mit der sich per Smartphone-App eigenes Bier brauen lässt. Die Kampagne war so populär, dass die Entwicklung mit großen Schritten vorangeht und das fertige Produkt Anfang 2015 ausgeliefert werden soll.

Der Brewbot, eine Mikro-Brauerei fürs eigene Heim
Der Brewbot, eine formschöne Mikro-Brauerei fürs eigene Heim

Letztlich wird der Craft Beer Trend in Deutschland langfristig dafür sorgen, dass in Deutschland in Zukunft eventuell noch mehr Bier getrunken wird: diejenigen, die sich bisher vom einheitlichen Geschmack der großen Marken angesprochen gefühlt haben, finden in kleineren Marken so geschmacklich ausgefallene Alternativen.

Wir von der GIM forschen seit Jahren im Bereich Nahrungs- und Genussmittel. Wenn Sie mehr über unsere Forschungs-Expertise in diesem Bereich wissen möchten, besuchen Sie unsere Homepage.

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