Automobilmarktforschung in China: Research im „Paris des Osten“

Unsere Kollegin Sabine Thermann von unserem Automotive Team (also: Automobilmarktforschung) bereiste kürzlich im Rahmen einer Automotive-Studie Shanghai, die faszinierende Mega City an der Ostküste Chinas. Sie machte dabei erwartungsgemäß gleichermaßen überraschende wie faszinierende Erfahrungen mit Menschen, Kultur und Konsum mitten im „Paris des Osten“, wie die Metropole vor dem Hintergrund französischer Einflüsse während des 19. Jahrhunderts auch gerne genannt wird.

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Der Klassiker: Blick von der Uferstraße Bund auf die Skyline der Sonderwirtschaftszone Pudong mit dem berühmten Oriental Pearl TV Tower.

Jedes Mal wenn ich nach Shanghai reise (meist um Projekte im Kontext der Automobilmarktforschung durchzuführen) bin ich aufs neue beeindruckt von dieser Stadt, sei es die Architektur oder der Lebensstil der Menschen, die dort leben. Dass diese Stadt anders ist als die meisten chinesischen Mega Cities (und davon gibt’s ja wirklich einige) ist nicht wirklich ein Geheimnis. An fast jeder Ecke gibt es Überraschendes zu entdecken. So erging es mir zum Beispiel, als ich zuletzt (während einer Car Clinic) die Fußgängerzone East Nanjing Road zwischen People’s Square und Bund bei meinem letzten Besuch in Shanghai runterschlenderte.

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Pulsierendes Nachtleben und echte Großstadtgefühle in der East Nanjing Road.

Zwischen Leuchtreklamen und Shopping Malls von Luxusmarken tanzten Menschen mitten in der Fußgängerzone – friedlich, entspannt, anmutig – und irgendwie frei. In Momenten wie diesen vergisst man glatt, dass man sich in einer Stadt aufhält, deren regierende Politiker unter dem Einfluss von Peking jederzeit in der Lage sind, zu repressivsten Maßnahmen gegen seine eigenen Bürger  zu greifen, wenn es geboten scheint. Aber Shanghai wurde ja zuletzt gegen Ende des letzten Jahrhunderts in den 80er Jahren quasi „von oben“ verordnet, sich als moderne Großstadt zu präsentieren („Tor zur Welt“) und damit eine Pionierrolle unter den chinesischen Metropolen zu übernehmen. Dann kann man schon mal solche Szenen erleben:

Eine der interessantesten Beobachtungen machte ich jedoch witzigerweise kurz bevor ich meinen 13-stündigen Heimflug antrat. Und zwar am Mega-Flughafen Shanghai Pudong International.

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Dacharchitektur vom Pudong International Airport – man kommt aus dem Staunen nicht raus

Ich war eigentlich auf dem Weg, um ein paar Fotos von der interessanten Dachkonstruktion des Terminals zu machen, als ich ein kleines Museum entdeckte, das gerade eine Ausstellung zum Thema „East wind blowing westwards“ beherbergte. Unter dem Titel konnte ich mir erst einmal nichts vorstellen, aber bald wurde klar: Es ging darum, dass der Westen zuerst chinesische Produkte (in diesem Fall Porzellan – das “weiße Gold”) kopierte, lange bevor chinesische Firmen anfingen westliche Produkte abzukupfern.

Ausgestellt wurden ca. 40-50 Porzellangegenstände aus Europa, die dokumentierten, wie sich das europäische Porzellan von ersten Versuchen immer weiter verbesserte und vom Original aus China entfernte. Es entstanden noch heute berühmte „Marken“ wie z.B. das Meissener Porzellan.

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Es ging bei der Ausstellung meines Erachtens aber nicht darum, etwas zu rechtfertigen oder Schuld zuzuweisen, sondern – so empfand ich es zumindest – einen kleinen Denkanstoß zu geben. Lohnend war es auf jeden Fall – und es ist eine gute Idee, um sich die Wartezeit auf den Flieger zu verkürzen 🙂

Und so bin ich gespannt, was mich bei meinem nächsten Trip nach Shanghai oder China Überraschendes erwartet. 

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Hoch droben: Sabine Thermann von unserem Automobilmarktforschung Team vor dem Oriental Pearl TV Tower in Pudong.

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Comments (1)

[…] für einen selbst wirken kann: im Rahmen von Auslandsaufenthalten innerhalb einer Projektphase (Datenerhebung, Supervision) andere Länder und Kulturen kennen lernen. Stopp! Völlig klar: Solche […]

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