Automatisiertes Einkaufen am Zukunftsbahnhof

Digitaler Bahnhofssupermarkt Renningen
04. März 2021 | Laura Bechtold
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it dem Einkaufswagen durch die Regalreihen fahren und sich die benötigten Artikel einzeln zusammensuchen? So funktioniert Einkaufen im Supermarkt bisher. Der Zukunftsbahnhof Renningen testet seit Februar ein neues Konzept: Im ersten digitalen Bahnhofssupermarkt stellen Roboter die Einkäufe zusammen und bringen sie zur Ausgabe. Das Projekt hat die Deutsche Bahn zusammen mit EDEKA und dem Start-Up Smark realisiert.

Shopping am Bahnhof: 24/7 & per App

Wie der Name des neuen Supermarktes „E 24/7“ schon sagt: Am Renninger Bahnhof können Kunden und Reisende jetzt rund um die Uhr einkaufen. Bestellt werden die Einkäufe vorab per App oder an einem Touchscreen im Markt. Die Ware wird – für den Kunden nicht sichtbar – im Hintergrund mechanisch zusammengestellt und dann zur Ausgabe gebracht. 800 Produkte stehen zur Auswahl, davon viele in Bio-Qualität.

Bestellte Produkte können an der Ausgabe abgeholt werden. (Foto: Sascha Baumann)
Das Innovationsprojekt Zukunftsbahnhof

Der Bahnhof in Renningen ist einer von 16 sogenannten Zukunftsbahnhöfen in Deutschland. Hier testet die Deutschen Bahn Konzepte, die die Zufriedenheit und Aufenthaltsqualität der Besucher am Bahnhof erhöhen sollen. Wenn Maßnahmen gut angenommen werden, setzt die DB sie an weiteren Bahnhöfen um. In Renningen werden neben dem digitalen Supermarkt zum Beispiel neue Services für Fahrradfahrer getestet. Diese können ihre geradelten Strecken tracken und erhalten für jeden Kilometer ein Guthaben, das im neuen Mini-Lebensmittelmarkt eingelöst werden kann.

Hygiene-Plus beim automatisierten Einkaufen

Ein großer Vorteil in Pandemiezeiten: Beim automatisierten Einkaufen entstehen weniger Kontakte zu anderen Menschen, somit ist die Ansteckungsgefahr geringer. Dr. Hannes Fernow, Zukunftsexperte von GIM foresight, dazu: “Den Automatisierungsprozessen beim Einkaufen und Bezahlen fehlte lange Zeit immer etwas der wirkliche Mehrwert für den Kunden jenseits von Spielerei und Komfort. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird nun Hygiene zu einem wichtigen Faktor – für die Verkäufer wie die Verbraucher.“

Wer nicht per App vorbestellt, kann an einem Terminal im Markt seine Bestellung aufgeben (Foto: Sascha Baumann)
SICherheit als kriterium für Aufenthaltsqualität

Gleichzeitig gibt Hannes zu bedenken: „Das Thema Sicherheit ist vor allem nachts am Bahnhof nicht zu unterschätzen: Ein echter Mensch vermittelt allein durch seine Anwesenheit immer auch ein Sicherheitsgefühl, da er im Notfall reagieren kann. Darüber wird wenig gesprochen, ist in unseren Studien aber oft ein wichtiger Insight beim Thema Aufenthaltsqualität.“

Weitere automatisierte DB-Supermärkte sind übrigens bereits in Planung.

 

Beitragsbild: Sascha Baumann

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